Es ist ein Kreuz: Sozis, Christdemokraten und das „C“

Fast unter ferner liefen berichtet domradio.de heute über einen ökumenischen Gottesdienst zum Auftakt des SPD-Bundesparteitages in Berlin: Gerade einmal 70 Genossen seien da am Vorabend des Parteitages in der Kreuzberger Lukaskirche zusammengekommen, um vor dem dreitägigen Parteitag gemeinsam Gottesdienst zu feiern und die Predigten des evangelischen Bischofs Markus Dröge und seines katholischen Amtskollegen Erzbischof Rainer Maria Woelki zu hören. Mit dabei: Parteivorsitzender Sigmar Gabriel, Generalsekretärin und bekennende Katholikin Andrea Nahles, die stellvertretende Parteichefin Manuela Schwesig sowie Schatzmeisterin Barbara Hendricks. Mehrfach sei die Feier und die Ansprachen der beiden Bischöfe von mehr oder weniger wirren Zwischenrufen gestört worden, berichtet Domradio weiter. Da ich nicht weiß, von wem diese Zwischenrufe kamen und gleichzeitig darum weiß, dass Gottesdienste – zumal mit prominenten Zelebranten und Besuchern – manchmal wirklich „wirre“ Menschen anziehen, möchte ich das mal so stehen lassen und nicht mit der SPD in Verbindung bringen.

Gleichwohl bringt mich diese Meldung zum Nachdenken. Es kommt sicher nicht auf Teilnehmerzahlen bei Parteitagsgottesdiensten an, wie man eine Partei nach christlichen Maßstäben zu beurteilen hat. Doch: Dass die SPD auf der einen Seite eine Rekord-Teilnehmerzahl von 7.000 Menschen beim SPD-Parteitag vermeldet, auf der anderen Seite aber offensichtlich nur ein Prozent dieser Teilnehmer die Zeit und die Muße findet, am Vorabend des Parteitages an diesem „Auftaktgottesdienst“ teilzunehmen, finde ich zumindest bemerkenswert. Klar wird jetzt jeder sagen: Die SPD ist halt – anders als die CDU – keine Partei, die sich auf christliche Wurzeln beruft. Das stimmt. Aber ist die SPD nicht auch die Partei von bekennenden Christen wie Johannes Rau, Georg Leber, Gustav Heinemann, Wolfgang Thierse, Andrea Nahles, Erhard Eppler, Reinhard Höppner und Henning Scherf? Haben etwa die vor einem Jahr gegründeten laizistischen Sozis, die sich für eine strenge Trennung von Religion und Politik aussprechen, gleichwohl aber von der Parteiführung nicht anerkannt sind, die Überhand gewonnen? Ich will nicht weiter in der sozialdemokratischen Parteiseele rumforschen, denn da kenn ich mich nun wirklich nicht aus.

Das Beispiel des „SPD-Gottesdienstes“ zeigt aber mit welch‘ unterschiedlichen Ansprüchen CDU und SPD gemessen werden. Während Erzbischof Woelki lt. Domradio vor den 70 versprengten SPD-Genossen in der Berliner Lukaskirche „ausdrücklich das Engagement der Sozialdemokratie für Gerechtigkeit und ihr Eintreten gegen Missstände“ würdigt, muss sich die CDU nicht nur vor kirchenfernen Kritikern von außen, sondern auch vor dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner und sogar vor parteiinternen Kritikern, etwa vom AEK, immer wieder für ihren christlichen Anspruch rechtfertigen – und das trotz (oder gerade wegen?) Parteitagsgottesdiensten, die meist aus allen Nähten platzen.

Auf der einen Seite finde ich dies sehr schade: Nicht nur die vollen Gottesdienste bei CDU-Bundesparteitagen, JU-Deutschlandtagen und JU-NRW-Tagen stehen doch beispielhaft dafür, dass sich gerade in CDU/CSU und JU viele tausend Menschen aus christlichem Antrieb für eine menschenwürdige Welt einsetzen. Gerne erinnere ich mich an bewegende Gottesdienste z.B. anlässlich des Bundesparteitages in der Dresdner Frauenkirche, anlässlich des JU-Deutschlandtages im vollbesetzten Münsteraner Dom oder an die Andacht mit Kardinal Meisner anlässlich des JU-NRW-Tages 2005 in Köln. Dieses „Zur-Ruhe-Kommen“ vor Gott, zusammen mit vielen Parteifreunden, war für mich persönlich immer eine eindringliche Stärkung im Glauben und Motivation für das politische Engagement eben aus diesem christlichen Glauben heraus. Es hat mir gezeigt, dass ich mit meinen Motiven für das politische Engagement nicht alleine bin.

Dass auch die allermeisten Mitglieder der Führungsspitze unserer Partei, aus christlichem Anspruch Politik machen, zeigt auch die aktuelle Broschüre der CDU Deutschlands, in welcher die Mitglieder des CDU-Bundesvorstandes beschreiben, was das „C“ für sie und ihr politisches Handeln bedeutet. Hätten nicht all diese vielen Unionsanhänger – bei allem notwendigen Ringen darum, was das „C“ dann in der praktischen Politik bedeutet –, öfters mal ein Wort der Ermutigung von bedeutenden Vertretern (ihrer) christlichen Kirchen verdient? Ich meine: Ja!
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Auf der anderen Seite muss sich natürlich eine Partei, die sich mit dem Etikett „C“ schmückt, ständig hinterfragen lassen und auch selbst hinterfragen, ob das Etikett noch mit dem Inhalt übereinstimmt. Dieses Hinterfragen, dieses ständige Reiben ist wichtig und richtig! Auch – oder gerade –, weil wir als C-Parteien nicht immer das eins zu eins in konkrete Politik umsetzen können, was die christlichen Kirchen uns vorgeben, ist es wichtig, dass wir das „C“ im Parteinamen haben.

Das „C“ ist für die allermeisten in der Union Anspruch und Verpflichtung zugleich. Das ist auch der Unterschied zur SPD. Für die SPD ist es eher Zufall, wenn Ergebnisse ihrer Politik mit der christlichen Position übereinstimmen. Doch wenn wir als Christdemokraten und Christsoziale Politik machen, kann man in aller Regel sicher sein, dass wir diese am christlichen Menschenbild, an Personalität, Freiheit, Solidarität, Subsidiarität und Gerechtigkeit ausgerichtet und abgewogen haben. Das gilt auch wenn die Ergebnisse nicht immer mit der kirchlichen Lehre übereinstimmen.

Als politische Partei müssen wir auf der Grundlage dieses Menschenbildes immer wieder offen und fair, innerparteilich und gesamtgesellschaftlich darum ringen, wie wir dem „C“ auch in der konkreten Politik Geltung verschaffen. Die Diskussion über die Präimplantationsdiagnostik auf dem Bundesparteitag 2010 war – anders als die (auf dem Parteitag quasi nicht geführte) Diskussion über Mindestlöhne vor und auf dem Bundesparteitag 2011 – sicherlich ein gutes Beispiel  für eine solche Debatte. Das sage ich auch wenn ich mir ein noch deutlicheres Signal des Parteitages gegen das PID-Verbot und auch im Deutschen Bundestag eine Entscheidung gegen die PID gewünscht hätte.

Sicher macht die zunehmende Säkularisierung unserer Gesellschaft auch vor den Unionsparteien nicht halt. Hier könnten sich christliche Kirchen und CDU/CSU durchaus als Verbündete verstehen, mit dem Ziel, gemeinsam, wieder mehr Menschen von der Faszination und der immerwährenden Geltung des christlichen Menschenbildes zu überzeugen.

Insofern ist es gut, dass wir uns als Christdemokraten – anders als die Sozialdemokraten – immer wieder für unser „C“ rechtfertigen müssen, vor den Menschen, vor den Bischöfen, vor den Parteifreunden und letztlich vor Gott.

 

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Update (7.12.2011): Bei domradio.de gibt es heute einen Bericht über die Kirchen auf den vergangenen Parteitagen: „Entern und Schmusen“

 

Junge Union: Sonn- und Feiertage schützen!

Zur heutigen Verhandlung über die Verfassungsbeschwerde der Kirchen gegen das Berliner Ladenöffnungsgesetz vor dem Bundesverfassungsgericht erklärt der Vorsitzende der Kommission Gesellschaftspolitik der Jungen Union Deutschlands, Bundesvorstandsmitglied Henrik Bröckelmann:
 
„Die Junge Union Deutschlands unterstützt das Anliegen der katholischen und evangelischen Kirchen, Sonn- und Feiertage auch künftig vor der Ausweitung der Ladenöffnungszeiten zu schützen. Diese Tage bilden einen Fixpunkt, der den Familien, den Arbeitnehmern und den Gläubigen zur Besinnung und zur Erholung dient. Für Familien mit Kindern ist der Sonntag oft die einzige Gelegenheit zum Austausch. Eine derart weitgehende Regelung wie im Berliner Ladenschlussgesetz, das die Öffnung der Geschäfte an fast einem Fünftel aller Sonntage im Jahr vorsieht, lehnen wir ab.
 
Aus unserer Sicht sind die Einkaufsmöglichkeiten für die Bürger an den restlichen Wochentagen ausreichend. Hier spricht sich die Junge Union für eine weitgehende Freigabe der Ladenöffnungszeiten aus, wie sie in den übrigen Bundesländern auch mit Erfolg praktiziert wird. Dabei soll es vor allem den Händlern selbst überlassen sein, wie lange sie ihre Geschäfte offen halten wollen, um größtmögliche Flexibilität zu erzielen.
 
Gerade die Adventssonntage dürfen jedoch nicht zu einem profanen Einkaufstag werden. Die Vorweihnachtszeit sollte nicht nur dem Konsum unterworfen werden, sondern Freiraum zur Besinnung und zur Ruhe bieten. In einer Gesellschaft, die vom hektischen Alltag geprägt ist, ist die religiöse und seelische Erbauung an Sonn- und Feiertagen eine kulturelle Errungenschaft. Die Verfassungsbeschwerde der Kirchen weist daher zu Recht auf ein zentrales Merkmal unseres christlich geprägten Landes hin. Die Sonntagsruhe muss auch weiterhin unter besonderem Schutz stehen.“

Junge Union: Evangelischer Kirchentag in Bremen bringt junge Christen zusammen!

Zum heutigen Beginn des 32. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Bremen erklären der kirchenpolitische Sprecher der Jungen Union Deutschlands, Bundesvorstandsmitglied Henrik Bröckelmann, sowie das Bremer Bundesvorstandsmitglied Jessica Meyer:
 
„Bis Sonntag werden auf dem 32. Deutschen Evangelischen Kirchentag über hunderttausend Teilnehmer in Bremen erwartet, um in den rund 2.500 Veranstaltungen ein Zeichen für die Lebendigkeit des christlichen Glaubens zu setzen. Unter dem Leitspruch ,Mensch, wo bist Du?‘ werden die Besucher nicht nur über die Vielfalt des Glaubens in unserer Gesellschaft, sondern auch über aktuelle Herausforderungen wie die globale Finanz- und Wirtschaftskrise diskutieren. Ein weiterer Schwerpunkt wird zudem erneut auf der Ökumene und der Intensivierung des Dialogs zwischen den Weltreligionen liegen.
 
Insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene, deren Interesse an christlichen Werten und den grundlegenden Fragen des Glaubens seit Jahren wächst, bietet der Deutsche Evangelische Kirchentag ein wichtiges Forum des Austausch und der Orientierung. So veranstaltet die Junge Union, die auf dem ,Markt der Möglichkeiten‘ in der Bremer Überseestadt mit einem Stand vertreten ist, am Freitag von 17.00 Uhr bis 18.00 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema ,Bildung braucht Werte – Religion und Persönlichkeitsbildung in der Schule‘.
 
Dass in diesem Jahr der Mensch und das Wunschbild eines von christlichen Maßstäben geprägten freien und zugleich verantwortungsbewussten Miteinanders in den Mittelpunkt rücken, unterstreicht unseren Anspruch als Christen, an der Weiterentwicklung unseres Gemeinwesen aktiv mitzuwirken und sich zu den wichtigen Fragen der Zeit zu äußern. Der Respekt vor der unveräußerlichen Würde des Einzelnen, die Einsicht in die Begrenztheit menschlichen Handelns, der Schutz des Lebens sowie die richtungsgebenden Prinzipien der evangelischen Sozialethik und der katholischen Soziallehre sind deswegen auch für die Jungen Union Grundlage ihrer politischen Arbeit.“

Junge Union: Weltjugendtag ist Zeichen der Lebendigkeit des Glaubens in der Jugend

Zum heutigen Beginn des XXIII. Weltjugendtages in Sydney erklären der Bundesvorsitzende der Jungen Union Deutschlands, Philipp Mißfelder MdB, und der stellvertretende Vorsitzende ihrer Kommission Gesellschaftspolitik, Bundesvorstandsmitglied Henrik Bröckelmann:

„Auch zum XXIII. Weltjugendtag in Sydney werden wieder hunderttausende junge Menschen als Teilnehmer erwartet, die in Gemeinschaft mit dem Papst ihren Glauben leben und feiern werden. Millionen werden in ihren Gemeinden unmittelbaren Anteil nehmen. In diesem Interesse kommt der Wunsch junger Menschen nach Orientierung und glaubwürdigen Werten zum Ausdruck, wie auch die Bereitschaft, beides im christlichen Glauben zu suchen. Das Motto des Weltjugendtages ‚Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein‘ aus der Apostelgeschichte nimmt auf diesen Wunsch nach Stärke im Glauben und Kraft aus dem Glauben Bezug und bindet ihn an das Wirken der Christen in der Welt.

In seiner Botschaft beabsichtigt Benedikt XVI. die Jugendlichen zu ermutigen, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und sich in den verschiedenen Bereichen von Kirche und Gesellschaft zu engagieren. Ziel des Weltjugendtages ist es, dass die Jugendlichen nicht nur über geistliche Berufungen nachdenken, sondern auch über ihr künftiges Engagement in der Politik, in der Wirtschaft und im Beruf. Christliche Werte wie Nächstenliebe, Zuwendung und Gemeinschaftssinn bereichern alle Aspekte des Lebens und bezeugen die Lebendigkeit und Bedeutung des Christentums. Gerade unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen nimmt daher seit Jahren das Interesse an den grundlegenden Fragen des Glaubens und unseres Zusammenlebens zu.

Der christliche Glaube ist auch für viele Jugendliche, die sich in der Jungen Union engagieren, Ansporn und Motivation sich aktiv in die politische Debatte über die Zukunft unserer Gesellschaft einzubringen. Es ist der Anspruch für uns Christen, das Gemeinwesen nach unseren Wertvorstellungen mitzugestalten. Allem voran der Respekt vor der unveräußerlichen Würde des Einzelnen als Kern des christlichen Menschenbildes ist für uns Maßstab des Denkens und Handelns sowie der Ausgangspunkt politischer Entscheidungen. Dies kommt etwa in der Ablehnung der Verzweckung menschlichen Lebens im Zusammenhang mit der Forschung an embryonalen Stammzellen zum Ausdruck.“

Junge Union: Katholikentag ist wichtiges Zeichen des Glaubens und des interreligiösen Dialogs!

Zum heutigen Beginn des 97. Deutschen Katholikentages in Osnabrück erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Kommission Gesellschaftspolitik der Jungen Union Deutschlands, Bundesvorstandsmitglied Henrik Bröckelmann:
 
„Auf dem 97. Deutschen Katholikentag werden bis Sonntag rund hunderttausend Teilnehmer aus ganz Deutschland in Osnabrück erwartet. Die etwa 1.200 Veranstaltungen werden unter dem Leitspruch ,Du führst uns hinaus ins Weite‘ die Vielfalt des Glaubens und der katholischen Kirche präsentieren. Damit wird ein starkes Zeichen für die Lebendigkeit des Christentums und die Bedeutung christlicher Werte wie Nächstenliebe, Zuwendung und Gemeinschaftssinn gesetzt. Gerade unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen nimmt seit Jahren das Interesse an den grundlegenden Fragen des Glaubens und unseres Zusammenlebens zu. Der Deutsche Katholikentag bietet daher als Forum die Möglichkeit, über diese sowohl theologischen als auch praktischen Themen, die den jungen Menschen wichtig sind, zu diskutieren, sich zu vergewissern und Orientierung zu geben.
 
Wie bei den vorangegangenen Treffen werden sich die Besucher des Deutschen Katholikentages erneut aktiv in die aktuelle politische Debatte über soziale Gerechtigkeit und die Zukunft unserer Gesellschaft einbringen. Es muss der Anspruch für uns Christen sein, mit unseren Wertvorstellungen das Gemeinwesen mitzugestalten. Angesichts der Diskussion über den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung gilt es, sich stets die prägenden Prinzipien der katholischen Soziallehre und der evangelischen Sozialethik – die Subsidiarität und der Respekt vor der unveräußerlichen Würde des Einzelnen – zum Maßstab des Denkens und Handelns zu nehmen. Weil das christliche Menschenbild für uns der Ausgangspunkt politischer Entscheidungen ist, hat sich die Junge Union beispielsweise im Zusammenhang mit der Forschung an embryonalen Stammzellen klar gegen die Verzweckung menschlichen Lebens gewandt. Aus Sicht der Jungen Union ist es mit der Würde des Menschen unvereinbar, dass Embryonen zu Forschungszwecken getötet werden.
 
Nicht zuletzt leistet der Deutsche Katholikentag in zahlreichen Veranstaltungen einen wichtigen Beitrag für die Ökumene sowie zum Austausch mit den anderen Weltreligionen. Vor allem die Teilnahme des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, des Freiburger Bischofs Robert Zollitsch, an der morgigen christlich-jüdischen Gemeinschaftsfeier wird den Dialog beider Religionen weiter intensivieren. Dazu trägt Osnabrück als Stadt des westfälischen Friedens nicht nur symbolisch bei.“