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Da erdreistet sich doch heute tatsächlich der Lebensmittel(!)händler Tengelmann, eine Anzeige mit einer Wahlempfehlung zu schalten. „Im Zweifel für die Raute“ lautet das Motto, mit dem die Unternehmensgruppe, die sich im Eigentum der Familie Haub befindet, die Wiederwahl der Bundeskanzlerin Angela Merkel empfiehlt.

Kaum erschienen, ist das rot-grüne Empörungsbarometer wieder kurz vorm Platzen:

 

 

 

Die grüne Bundestagsabgeordnete Birgit Bender läßt sich sogar folgendermaßen zitieren:

„Das Ausmaß, in dem einzelne Wirtschaftsunternehmen und auch ganze Wirtschaftsverbände in den Bundestagswahlkampf eingreifen, hat eine neue Dimension erreicht.“

Ich musste dabei gleich an meine Oma (Gott, hab‘ sie selig!) denken: Wir hatten zu Hause ein kleines Lebensmittelgeschäft mit Bäckerei und sie sagte immer zu mir: „Junge, Du darfst Dich öffentlich nicht poltisch äußern. Das ist schlecht für’s Geschäft. Als Kaufmann muss man neutral sein.“ Ich – schon in jungen Jahren CDU durch und durch  – habe mich immer dagegen gewehrt. Ich wollte mir meine Meinung nicht verbieten lassen, nur weil die Frau von SPD-Mann Müller oder Gemeindedirektor Meyer (von der CDU), den ich aber politisch ganz schrecklich fand, auch bei uns einkaufen gingen. Natürlich hat das das eine oder andere Mal zu Wortgefechten mit meiner Oma bei der morgendlichen Zeitungslektüre oder beim abendlichen „heute“ schauen geführt. Am liebsten hätte es meine Oma – anders als mein Opa, der mich politisch sehr geprägt hat – daher wohl auch gesehen, dass ich mich nicht politisch engagiere und wenn sie sich durchgesetzt hätte, wäre ich heute nicht in der Unionsfamilie aktiv.

Doch: Wo kämen wir denn dahin, wenn wir bestimmte Gruppen vom politischen Diskurs ausschließen? Wenn man sich als Unternehmer nicht mehr politisch äußern darf? Gilt das Grundrecht auf Meinungsfreiheit nicht für den freien Unternehmer? Ich gehe davon aus, dass sich die Familie Haub, die hinter dem Unternehmen Tengelmann steht, ihre Wahlempfehlung gut überlegt hat. „Im Zweifel“, schreiben sie. Man ist sich also nicht hundertprozentig sicher. Dennoch wird man zu der Einsicht gelangt sein, dass z.B. die Steuererhöhungspläne von Rot-Grün dem Land und damit auch dem Unternehmen Tengelmann schaden würden. Ist es verwerflich, wenn man als Unternehmer eine Wahlempfehlung abgibt? Ich finde nicht! Ich finde es sogar gut, wenn man sich bekennt. Jedenfalls finde ich es besser als das Verstecken meiner Oma. Denn natürlich hat auch sie immer CDU gewählt. Aber sie hätte sich öffentlich nie dazu bekannt. Man könnte es fast Duckmäusertum nennen. Das finde ich schade. Denn der Politik fehlt etwas, wenn nicht alle Gruppen sich politisch bekennen können und dürfen. Politik lebt vonm persönlichen Bekenntnis! Deshalb ist es gut, wenn sich auch andere Prominente politisch bekennen.

Denn:

 

Fragwürdig finde ich, dass SPD und Grüne diese Bekenntnisse scheinbar nur hinterfragen, wenn sich Leute gegen Sie entscheiden oder wenn man das Bekenntnis des anderen vermeintlich politisch ausschlachten kann. Gegen Wahlempfehlungen von Gewerkschaften, gegen Bekenntnisse von Professoren und vermeintlichen Intellektuellen habe ich noch keinen Aufschrei von rot-grüner Seite wahrgenommen. Und Jürgen Trittin und Renate Künast stört sicherlich auch nicht, wenn – wie eine aktuelle Studie besagt – 26,9 Prozent der Politikjournalisten Grün wählen. Ich frage mich: Wer hat wohl einen größeren Einfluss: Unzählige grüne Politikjournalisten mit unzähligen Artikeln und Beiträgen, die deutschen Gewerkschaften mit immerhin noch 6 Millionen Mitgliedern oder ein Lebensmittelhändler mit einer Zeitungsanzeige?

3 Comments

7G7G_highlinerGabriel und Co. können noch so oft versichern, man wolle sich weder von der Linken tolerieren noch eine Koalition bilden wollen. Rot-Grün hat alleine keinerlei Machtperspektive. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass man – wie 2008 in Hessen und 2009 in NRW – keiner großen Probleme damit haben würde, mit der Linken zusammenzuarbeiten. Nur zusammen mit der Linkspartei gibt es für Rot-Grün derzeit eine Machtoption auf Bundesebene. Steinbrück würde nach der Wahl schnell aus dem Weg geräumt und der opportunistische Gabriel würde Hand in Hand mit Trittin und Wagenknecht ein solches Bündnis schmieden.

Mal abgesehen davon, dass ich ein solches Bündnis inhaltlich für fatal halte: Es war eigentlich außerhalb meines Vorstellungsvermögens, dass die Fortsetzungspartei der SED in Deutschland einmal in der Bundesregierung sitzen würde. Ich hoffe, dass es soweit nicht kommt. Eine Partei, die sich bis heute in keinster Weise mit ihrer Vergangenheit auseinandergesetzt hat, geschweige denn sich zum Unrechtsstaat DDR bekannt hat, darf keine Regierungsverantwortung übernehmen. Das wäre eine Verhöhnung aller Opfer des DDR-Regimes. Niemals mehr dürfen in Deutschland Kommunisten und Sozialisten in einer Regierung sitzen!

Vielleicht mag der eine oder andere einwenden, die Linke sei doch harmlos und sei in der Bundesrepublik angekommen. Immerhin war und ist sie schon an Landesregierungen beteiligt und auch da sei die „Welt nicht untergegangen“. Doch: Es ist erst wenige Jahre her, als der damalige Linksparteivorsitzende auf einem Parteitag unter großem Beifall Folgendes sagte:

„Wir stellen die Systemfrage! Für alle von den geheimen Diensten noch einmal zum Mitschreiben: Die, die aus der PDS kommen, aus der Ex-SED, und auch die neue Partei DIE LINKE – wir stellen die Systemfrage.“

(Rede auf der 3. Tagung des 10. Parteitages der Linkspartei.PDS am 15. Juni 2007.

Weil ich froh bin, in einem demokratischen Rechtsstaat zu leben, stellt sich mir diese „Systemfrage“ überhaupt nicht und ich will auch nicht, dass sie gestellt wird. Deshalb will ich auch nicht, dass Leute, die diese Systemfrage stellen, an den Schalthebeln der Macht sitzen, hoffähig gemacht von Sozialdemokraten und Grünen. Auch darum geht es am kommenden Sonntag und deshalb wähle ich CDU!

Alle Beiträge der Serie „7 Tage, 7 Gründe“ gibt es hier oder im Tumblr #muttimachts

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Am Pfingstsonntag (19. Mai 2013) erschien in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung der Artikel „Ein Triumph der Päderasten“. Reiner Burger weist darin nach, dass es – anders als bisher von den Grünen behauptet – einen Beschluss der Grünen gibt, der eine Straffreiheit von sexuellen Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern fordert.

Neben dem Herumschwurbeln in Bezug auf die eigene Parteivergangeheit, durch diejenigen, die sonst immer gerne den moralischen Zeigefinger erheben, und der Schilderung, dass offensichtlich Kinder in der Debatte instrumentalisiert wurden, um den Beschluss herbeizuführen, hat mich dabei vor allem eins erschüttert:

Offensichtlich haben die Grünen nie eine Grenze zwischen Pädophilie und Homosexualität gesetzt. Es gab eine AG „Schwule und Päderasten“, die von Partei und Fraktion mit finanziellen Mitteln gefördert wurde.

Ja, ich bin froh, dass es mittlerweile keinen § 175 mehr gibt, der Homosexualität unter Strafe stellt. Ja, ich bin froh, dass in Deutschland mittlerweile jeder seine Homosexualität ausleben kann. Sicherlich hat dazu auch die sexuelle Revolution der 1968er mit beigetragen. Insofern ist es gut, wenn Gesellschaft sich auch weiterentwickelt und sich korrigiert.

Aber auch wenn ich kein Entwicklungspsychologe bin, bin ich auch froh, dass Pädophilie von der Gesellschaft geächtet wird und sexuelle Handlungen von Erwachsenen mit Kindern unter Strafe gestellt sind. Es ist gut, dass unser Staat damit den Reifeprozess der des Menschen schützt.

Es ist doch ein Unterschied, ob ein erwachsener Mann seine Homosexualität (genauso wie jeder heterosexuelle Mann) ausleben kann und darf oder ob ein Kind, welches sich in der Entwicklung befindet und heranreift, welches seine Persönlichkeit, seinen Charakter, seine Sexualität gerade erst ausbildet, zu sexuellen Handlungen mit Erwachsenen genötigt wird. Nicht umsonst ist doch die „sexuelle Reifwerdung“, die Pubertät, der Abschluss des kindlichen Reifeprozesses und nicht der Beginn.

Ob man hetero oder homo ist, ist ein Merkmal unter vielen Merkmalen, die einen Menschen ausmachen. Sowohl unter Schwulen als auch unter Heterosexuellen gibt es Menschen, die sich mehr oder weniger sexuell ausleben wollen. Und es gibt eben auch homo- und heterosexuelle Menschen, die dabei die Grenzen des moralisch und rechtlich vertretbaren überschreiten und die Kinder selbstsüchtig und krankhaft für die Auslebung ihrer eigenen Sexualität missbrauchen und sie damit ein Leben lang schädigen.

Wenn man nun – wie die Grünen es offensichtlich lange Zeit getan haben – Homosexualität und Pädophilie in einen Topf wirft, vermischt man grundverschiedene Dinge. Unter dem Vorwand der sexuellen Befreiung erweisen die Grünen Homosexuellen damit einen Bärendienst.

Daher wird es dringend Zeit, dass die Grünen diesen Teil ihrer Geschichte aufarbeiten und sich klar von dieser Vermischung distanzieren. Ansonsten machen sie weiterhin die (wenigen) homophoben Kräfte in der Gesellschaft salonfähig, die Homosexualität ablehnen und für die Homosexualität und Pädophilie in engem Zusammenhang stehen.

Auch die schwule Community täte gut daran, diese Aufklärung und dieses Bekenntnis von den Grünen einzufordern. Diejenigen, die mit ihrer Kritik immer ganz vorn dabei sind, wenn Debatten über die Gleichstellung in der CDU nicht zu dem erhofften Ergebnis führen und die CDU- und FDP-Verbände von CSDs ausschließen, diejenigen, die in Volker Beck ihren größten Vorkämpfer sehen, sind in dieser Debatte merklich still.

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Weil die Zahl der radelnden Regelbrecher so hoch ist, raten Verkehrsexperten wie Münsters oberster Polizist Hubert Wimber dazu, Radfahrer stärker als bisher zu kontrollieren und Fehler konsequent zu ahnden. Der erste deutsche Polizeipräsident mit grünem Parteibuch will zudem das Regelwerk für die Leezen-Fahrer erheblich verschärfen.
Ginge es nach ihm, würde eine Kennzeichenpflicht für Radler eingeführt, so dass Geisterfahrer, Rotlichtsünder und Unfallflüchtige auch nachträglich noch ermittelt werden könnten.

Der Spiegel 23/2011, S. 42

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