Claudia Roth - PressefotoIch mag Claudia Roth ja auch nicht. Fast hätte ich mir daher sogar vorstellen können, dass die Meldung, Roth wolle die deutsche Staatsbürgerschaft abschaffen, stimmt. Seit ein paar Tagen taucht die Meldung, die mir irgendwie bekannt vorkam, wieder in meiner Facebook-Timeline auf. Zumeist versehen mit empörten Kommentaren, der zumeist christdemokratischen Bekanntschaften in meiner Filterbubble.

Doch: „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!“

Natürlich stimmt die Meldung ganz offensichtlich nicht. Skepsis ist schon bei dem Link, unter welchem die Meldung aktuell verbreitet wird, geboten. Weil ich nicht noch weiter auf diese obskuren Seiten aufmerksam machen möchte, verlinke ich hier nichts und nenne keine Namen. Doch wer sich den Link zum Blog dieser „Arbeitsgemeinschaft“ einmal anschaut, wird gleich sehen, dass da irgendetwas nicht stimmen kann. Unter dem Datum 8. Januar 2013 ist die Meldung veröffentlicht. Als Quelle ist ein weiterer Blog (mit Datum 4. Januar 2013) angegeben. Nach ein bisschen Recherche und dank Google landet man irgendwann bei einer total inkorrekten Plattform, wo die Ursprungsmeldung am 1. April 2009 – ach deshalb kam mir das bekannt vor – veröffentlicht wurde. Ein ziemlich schlechter Aprilscherz, wie ich finde. Aber auf dieser Plattform werden unter dem Deckmantel „für Grundgesetz und Menschenrechte“ einzutreten, anscheinend täglich solche Platitüden und Stereotype in die Welt gesetzt.

Auch beim Datum hätte man schon Fragen stellen können. Der Beitrag wurde auf der aktuell im Umlauf befindlichen Seite am 8. Januar 2013. Angeblich habe Claudia Roth die Forderung am Rande eines Berliner Parteitages der Grünen erhoben. Ich kann mich nicht erinnern, dass Anfang Januar ein Parteitag der Grünen in Berlin stattfand. Und auch hier hilft Google weiter. Der letzte Berliner Parteitag der Grünen in war 2009. Der nächste ist erst Ende April 2013.

Zu guter Letzt könnte man auch einfach mal Google News (oder sein politisches Gespür und Gedächtnis) bemühen und sich fragen warum offensichtlich kein etabliertes Medium die Meldung aufgegriffen hat? Die absurde Forderung wäre sicher etwas für die Tagesschau und erst recht die Bildzeitung gewesen und hätte zu einer breiten Debatte geführt. Warum kann man sich daran nicht mehr erinnern? Muss doch um den 8. Januar gewesen sein?

Mir liegt es fern, Claudia Roth und die Grünen in Schutz zu nehmen. Aber ich diskutiere mit denen lieber über Forderungen, die sie wirklich erhoben haben. Für seltsame Aprilscherze obskurer Plattformen, die noch Jahre später im Netz rumschwirren kann selbst Claudia Roth nichts.

Als netzpolitisch interessierter kann ich den Begriff „Medienkompetenz“ zwar manchmal  nicht mehr hören. Doch, dass wir mehr davon brauchen, zeigen neben dem skizzierten Fall auch zwei weitere Beispiele aus den letzten Tagen: Da taucht ein persönliches Profil namens Helmut Kohl auf Facebook auf und fragt gezielt Unionsleute als Freunde an. Nach wenigen Tagen hat das Personenprofil hunderte Freunde, darunter selbst Minister und Abgeordnete. Glaubt irgendjemand wirklich, dass der kranke und alternde Helmut Kohl noch mit Social Media anfängt?

Wenige Tage später tauchte unter dem Motto „Drei Päpste auf einem Bild“ ein Foto mit Johannes Paul II., Kardinal Joseph Ratzinger und einem weiteren Bischof auf, der angeblich Kardinal Bergoglio (der heutige Papst Franziskus) sein soll. Eine kurze Recherche ergibt, dass das kaum möglich sein konnte. Johannes Paul II. und Joseph Ratzinger sehen auf dem Foto, was zudem noch schwarz-weiß ist, sehr jung aus.  Bergoglio wurde aber erst spät Weihbischof (1992). Schließlich stellte sich heraus, dass das Foto von 1983 und der angebliche Kardinal Bergoglio der venezolanische Erzbischof Rosalio Jose Castillo Lara war.

Wir sollten also nicht auf jede kleine Falle, die uns das digitale Leben so stellt, gleich hereinfallen. Mit ein wenig gesundem Menschenverstand, einer Prise Skepsis und Googles wunderbaren Recherchemöglichkeiten kann man die Fallen ganz leicht umgehen.

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Nachdem ich mich hier schon an einer Anleitung versucht habe, einen Kalender aus einer einfachen Terminliste ins Outlook-Format zu bringen, will ich nun noch einmal eine andere Variante beschreiben: Google.

Grundlage hierfür ist natürlich ein Google-Account. Nur so kann ich Google Docs und Google Kalender nutzen.

1. CSV-Datei als Grundlage
Zunächst einmal benötige ich wieder eine entsprechende Liste als Grundlage. Google Kalender erfordert für den Import eine Liste im CSV-Format. Diese kann man zwar auch in Excel erstellen. Da wir aber für den Import im Google Kalender das Komma als Trennzeichen brauchen, Excel aber offenbar CSV-Dateien mit dem Semikolon als Trennzeichen erstellt und für die Umstellung auf Kommata als Trennzeichen einige Einstellungsänderungen notwendig wären, ist es wohl am Einfachsten mit Google Docs eine CSV-Datei zu erstellen.

Hierzu also auf docs.google.com -> Erstellen -> Tabelle oder eine vorhandene Datei (z.B. diese Musterdatei) hochladen (docs.google.com -> „Festplattensymbol“ (rechts neben „Erstellen“)).

Meine Musterdatei erhält die folgenden Spalten:

Betreff
Textformat – hier sollte der Titel des jeweiligen Termins stehen

Beginnt am
Datumsformat – z.B. „19.01.2012“ für 19. Januar 2012

Beginnt um
Uhrzeitformat – z.B. „20:00:00“ für 20 Uhr

Endet am
Datumsformat – z.B. „19.01.2012“ für 19. Januar 2012

Endet um
Uhrzeitformat – z.B. „20:00:00“ für 20 Uhr

Ganztägiges Ereignis
wenn es sich um ein ganztägiges Ereignis handelt: „Ein“, sonst „Aus“

Beschreibung
Textformat – hier ist Platz für eine Beschreibung des Termins

Ort
Textformat – hier sollte der Ort des jeweiligen Termins stehen

Laut dieses Hilfe-Eintrages bei Google muss die Datei mindestens folgende Spalten enthalten: Betreff, Startdatum, Startzeit

Es sind aber auch weitere Felder möglich. Insgesamt sind dies laut Google-Hilfe diese:
Betreff, Startdatum, Startzeit, Enddatum, Endzeit, Ganztägiger Termin, Erinnerung Ein/Aus, Erinnerungsdatum, Erinnerungszeit, Meeting Organizer, Beschreibung, Ort, Privat

Leider kenne ich für die zusätzlichen Felder die Konventionen nicht.

Wenn man die fertige Liste in Google Docs erstellt hat, muss man diese als CSV auf seinen Desktop herunterladen:
in Google Docs -> Datei -> Herunterladen als -> CSV (aktuelles Tabellenblatt)

Wie gesagt: Es ist auch möglich auf einem anderen Wege (z.B. über Excel) an eine entsprechende CSV-Datei kommt. Wichtig ist nur, dass sie Kommata und nicht Semikola als Trennzeichen benutzt. Außerdem müssen natürlich die entsprechenden Spalten (wie oben beschrieben) drin sein.

 

2. neuen Google-Kalender anlegen
Nun sollte man zunächst einmal einen neuen Kalender unter http://www.google.com/calendar/ erstellen. Hierzu in der linken Leiste unter dem dargestellten Monatskalender den Pfeil rechts neben „Meine Kalender“ anklicken und im folgenden Fenster einen Kalendernamen eingeben und dann auf „Kalender einrichten“. Der Kalender wird danach unter „Meine Kalender“ angezeigt.

 

3. Kalender importieren
Nun – während man sich in der Google-Kalender-Ansicht befindet – ganz oben rechts auf das Einstellungsrädchen klicken, dann auf „Kalender-Einstellungen“, dann auf den Reiter „Kalender“. Dann auf „Kalender importieren“ in der Mitte des Fensters (s. Bild).
In dem folgenden Fenster dann die vorher erstellte und auf der Festplatte abgelegte CSV-Datei auswählen und den Google-Kalender auswählen, den man gerade erstellt hat.

Dann auf „Importieren“ klicken! Wenn der Import erfolgreich war, gibt es folgende Erfolgsmeldung:

 

Wenn man nun die Kalender-Einstellungen verlässt und im Google-Kalender unter „Meine Kalender“ den neu angelegten Kalender aufruft und die „Terminübersicht“ anklickt erhält man die Übersicht der gerade importierten Termine.  

 

Nun kann man den Kalender sehr einfach auch für andere freigeben. Einfach auf den Pfeil rechts neben dem neuen Kalender in der Übersicht „Meine Kalender“ klicken und auf „Diesen Kalender freigeben“.

Dann: Diesen Kalender öffentlich machen -> Speichern -> Warnung lesen und auf „Ja“ klicken. Nun nochmal auf den Pfeil rechts neben dem neuen Kalender in der Übersicht „Meine Kalender“ klicken und auf „Kalender-Einstellungen“ klicken. Man erhält die folgenden Übersicht:

Hier kann man einen HTML-Code für die Einbettung des Kalenders in eine Homepage erhalten. Außerdem kann man den Kalender im XML-, ICAL- oder XML-Format aufrufen. Den Kalender im ICAL (ICS-)Format kann man sich hier auch ganz leicht herunterladen und als ICS-Datei als E-Mail-Anhang verschicken. So können andere den Kalender ganz einfach in ihren Kalender, ob Outlook, Apple oder sonst einem Format öffnen und die Termine importieren.

Hier einmal testweise die Links zu dem von mir angelegten Testkalender sowie eine Einbettung dieses Kalenders:

    

 

Zum Schluss noch einmal der Link zu einer praktischen Anwendungsmöglichkeit:
Spielplan UEFA Euro 2012 – jetzt auch als Google Kalender

Außerdem noch einmal der Link zur Anleitung per Excel und Outlook:
Wie bringe ich einen Terminplan in ein elektronisches Kalenderformat? – Variante 1: Outlook

und auch hierzu die Anwendungsmöglichkeit:
UEFA Euro 2012: Spielplan als Outlook- und ics-Kalender-Dateien (jetzt mit TV-Sendern)

 

Ich hoffe, Euch ein wenig geholfen zu haben, mit dieser Anleitung.

Für Rückfragen und Anmerkungen, am besten als Kommentar unter diesen Artikel, stehe ich gerne zur Verfügung!

 
 


 
 
 

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Nachdem ich den UEFA Euro 2012 – Spielplan schon als Outlook- bzw. ICS-Kalender zur Verfügung gestellt habe, folgt hier die Version für den Google Kalender:

 

 

Hier einmal der Link zu einer Anleitung, wie man aus einer einfachen Terminliste einen Google-Kalender erstellt. So habe ich den Spielplan erstellt:
Wie bringe ich einen Terminplan in ein elektronisches Kalenderformat? – Variante 2: Google

 

 

 
 


 
 
 

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Angestossen durch einen kurzen Facebook-Eintrag, bei dem jemand den Spielplan der Fußball-Europameisterschaft 2012 als Outlook-Kalender-Dateien suchte, war mir aufgefallen, dass ich die am Freitag ausgelosten Spielpaarungen auch noch nicht in meinen Kalender eingetragen hatte.

Da ich die Spiele von vergangene Europameisterschaften und Weltmeisterschaften auch immer mal als Outlook-Dateien gesucht und nicht wirklich gefunden habe, stelle ich die einzelnen Outlook-Kalender-Elemente der 31 Begegnungen der UEFA Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine hier einmal als ZIP-Datei zur Verfügung.

Nach dem Entpacken sollte man die einzelnen Kalender-Elemente ganz einfach per „Drag & Drop“ in den entsprechenden Outlook-Kalender ziehen können. Mit dabei ist auch die Excel-(1997-2003)-Datei, aus der ich die Kalendereinträge importiert habe. Hiermit sollte es auch möglich sein, die Begegnungen in andere Formate als Outlook-Formate zu importieren.

Hier mal beispielhaft der Aufbau der Kalendereinträge für die Partie Nummer 3 in der Gruppe B zwischen den Niederlanden und Dänemark am 9. Juni 2006 um 18 Uhr in Charkiw:

Unbenannt

Die einzelnen Kalendereinträge haben eine Dauer von 2 Stunden (90 Minuten + 15 Minuten Halbzeit + Puffer).

Hier der Link zu den Spielplan-Dateien als ZIP!


UPDATE 5.12., 18.11 Uhr:
Da das mit dem „Drag & Drop“ nicht direkt funktionierte hier auch nochmal alle 31-Begegnungen in einem separaten Kalender im ICS-Format:
ICS-Kalender UEFA Euro 2012

UPDATE 7.12., 17.20 Uhr:
Nachdem sich ARD und ZDF nun auf die Verteilung der Spiele geeinigt haben, habe ich auch die TV-Stationen in die Kalender ergänzt.
Hier also der Link zur ZIP-Datei mit den Einzelelementen:

SpielplanEuro2012Outlook-inkl.-TV-Stationen

Und hier der Link mit dem Gesamtkalender im ICS-Format:
ICS-Kalender von UEFA EURO 2012 (inkl. TV-Stationen)

 

UPDATE 31.12., 12 Uhr:
Nun gibt es den Kalender mit TV-Stationen als Google-Kalender gibt es hier.

Quelle für alle Einträge ist die folgende Meldung auf der UEFA-Seite:
http://de.uefa.com/uefaeuro/news/newsid=1726707.html

 

Hier einmal die allgemeine Beschreibung, wie man aus einer einfachen Terminliste einen Outlook-Kalender erstellt. So habe ich den UEFA-Spielplan auch erstellt:
Wie bringe ich einen Terminplan in ein elektronisches Kalenderformat? – Variante 1: Outlook

Rückmeldungen gerne als Kommentar unter diesem Beitrag!


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