Recht bekommen vom WDR

1. Februar 2014

In der Sendung „Westblick“ auf WDR 5 am 5. 12. hat der WDR, seinem Ruf ein Westdeutscher Rotfunk zu sein. Nach einem Bericht zum Thema „Hygieneampel“ ließ sich Moderatorin Irene Geuer zu einer Abmoderation herab, mit der sie insinuierte, das bundesweite Scheitern dieser Hygieneampel liege natürlich an Bayern und der ehemaligen Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner.

Den ganzen Beitrag gibt es hier (Beitrag ab 25:20, Kommentar Geuer ab 28:45).

Vor allem, die Art und Weise der Abmoderation hatte mich gestört, weshalb ich spontan an den rundfunkrat@wdr.de, als Kontrollgremium auch zuständig für Programmbeschwerden, schrieb:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

was war das denn gerade in der WDR5-Sendung Westblick (5.12. etwa 17:45 Uhr)? Nach einem Bericht über das in NRW durchgeführte Modellprojekt der Hygiene-Ampel für gastronomische Betriebe sagte die Moderatorin Irene Geuer sinngemäß: „Eigentlich sollte die Ampel ja bundesweit eingeführt werden. Und wissen Sie woran das gescheitert ist? (kurze Sprechpause mit „rhetorischem Unterton“) Richtig, an Bayern! Und an der ehemaligen Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner.“

Nachdem der Bericht wirklich sehr neutral war und auch die Nachteile einer solchen Ampel herausarbeitete, dann aus dem nichts eine unqualifizierte und undifferenzierte Stellungnahme der Moderatorin? Vielleicht hätte man vor einer solchen pauschalen Äußerung (die man eigentlich eher in gekennzeichneten Kommentaren erwartet), auch einmal die Argumente der Bayern und von Ilse Aigner benennen müssen? In dem Bericht ging es lediglich um NRW.

Man stelle sich einmal vor, im Bayerischen Rundfunk hätte eine Moderatorin z.B. nach einem Bericht über den Länderfinanzausgleich o.ä. eine ähnliche undifferenzierte Bemerkung über NRW gemacht? Wir NRWler wären zu recht empört gewesen.

Also: Ein wenig mehr politische Neutralität wäre angemessen!

Mit freundlichen Grüßen

Henrik Bröckelmann“

Nachdem ich zwischenzeitlich schon eine Rückmeldung vom Rundfunkrat bekam, dass man meine Beschwerde zur Stellungnahme an den Intendanten weitergeleitet habe, bekam ich heute einen Brief vom Hörfunkdirektor des WDR, Wolfgang Schmitz, in dem er meiner Kritik Recht gibt.

Hier der komplette Antwortbrief:

Brief von WDR-Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz vom 28. Januar 2013

Fazit: Es hilft nichts, sich immer nur über den vermeintlichen „Rotfunk“ aufzuregen und dies nur in Parteiversammlungen und sozialen Netzwerken zu beklagen. Wenn man belastbare Kritik an der Berichterstattung hat, sollte man sie auch den zuständigen Gremien mitteilen. Scheinbar wird diese – wie in diesem Fall – manchmal auch ernst genommen!

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