Liebe Jusos! – Die Zweite.

Liebe Jusos,

leider habt Ihr mir auf meinen Brief vom 15. Juli bzgl. Eurer Mitgliederzahlen noch nicht geantwortet.

Wahrscheinlich seid Ihr der Meinung, ich solle mich mit dieser lapidaren „Antwort“ via Twitter zufrieden geben. Es seien ca. 70.000 Mitglieder schreibt ihr da. Eine Zahl, die bis vor kurzem mit dem Datum November 2011 und mit dem Bezug auf einen Süddeutsche-Ticker-Artikel vom 28. November 2011 auch auf Wikipedia zu finden war. Unbenannt

Ein Artikel auf RP-Online heute lässt mich aufhorchen.

Da berichtet die Rheinische Post unter Bezug auf die beiden Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer und Elmar Wiesendahl über die Mitgliederentwicklung bei den Jugendorganisationen der Parteien und die fehlende Bindewirkung der Parteien und nennt dabei die folgenden Mitgliederzahlen:

Junge Union (2012): 119.562
Jusos (2011): 51.526
Julis (2012): 9783
Junge Grüne (2012): 7990

Zwei unterschiedliche Zahlen mit einer Differenz von 18.500 Mitgliedern für 2011 stehen nun im Raum. Stellen sich also zwei Fragen:

Erstens:


und zweitens die Frage aus meinem Brief:

Wenn die Mitgliederzahl 2011 bei ca. 70.000 bzw. 51.526 lag. Wie hoch ist sie heute?

Auch wenn einige Twitterer und Blogger nach meiner Anfrage vom 15. Juli meinten, es gäbe Wichtigeres und hierbei handele es sich nur um einen „Schwanzvergleich“ zwischen den Jugendorganisationen, bleibe ich bei meiner Einschätzung. Die ehrliche Analyse der Mitgliederzahlen der Parteien und Jugendorganisationen ist wichtig. Das bestätigen ja auch die Statements von den Potlitikwissenschaftlern Niedermayer und Wiesendahl bei RP-Online.

Daher liebe Jusos, freue ich mich nach wie vor auf eine ehrliche Antwort!

Euer Henrik

 

Nachsatz: Insgesamt ist der in der Rheinischen Post beschriebene Abwärtstrend bei den Mitgliedszahlen natürlich besorgniserregend und Herausforderung für alle Mutterparteien und ihre Jugendorganisationen. Neben den Jugendorganisationen selbst, die ihren Mitgliedern ein attraktives inhaltliches, aber auch sozial-kulturelles Angebot (JU-Motto: 50 % Politik und 50 % Spaß) machen müssen, sind hier auch die Mutterparteien gefordert, Jugendlichen klare Beteiligungsmöglichkeiten zu geben und selbst ein klareres Profil zu zeigen.
Selbst wenn die Jungen Grünen ihre Mitglieder laut dem RP-Artikel (auf sehr niedrigem Niveau) verdoppelt haben, gelingt der Jungen Union es aber anscheinend mit fast 120.000 Mitgliedern und einem Anteil von mehr als 60 Prozent der Mitglieder der vier Jugendorganisationen noch immer am Besten, Jugendlichen ein attraktives Angebot zur politischen Beteiligung zu machen.

 

Unbenannt2

5 Gedanken zu „Liebe Jusos! – Die Zweite.

  1. Jens

    Recherche ist schwierig, oder?

    Auf eine Frage zur Differenz der RP-/Jusos-Zahlen durch Deinen stellvertretenden Landesparteichef gab es eine meiner Meinung nach sehr plausible Antwort:

    https://twitter.com/jusos/status/360689177047728128

    Ist nur wenige Klicks weg.

    Aber mal lieber so einen leicht provokanten „Wer lügt?“-Tweet schreiben. Das hat Sven imho dann doch deutlich professioneller gemacht.

    Antworten
  2. Jürgen

    @Jens: Ok, damit ist die Differenz erklärt, nicht jedoch wieviel Mitglieder die Jusos Ende 2012 hatten. Ist die Mitgliederzahl bei 71.000 stagniert, gesunken oder sogar gestiegen?

    Antworten
    1. Jens

      @Jürgen: Das weiß ich nicht. Habe mit dem Laden nix (mehr) zu tun.

      Aber witzig wie man aus konservativ-bürgerlichen Kreisen eine ehrliche Antwort erwartet, aber selber mit Unterstellungen/Diffamierungen argumentiert.

      Antworten
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