Wer kennt den Unterschied zwischen Wetter und Klima?

1962_48420751579_3334_n[1]Er ist’s

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde leise kommen.
-Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bists!
Dich hab ich vernommen!

(Eduard Mörike)

 

Ja, es ist Ende März, Frühlingsanfang war vor ein paar Tagen und es ist bald Ostern. Und was macht das Wetter?Es war in den letzten Tagen echt kalt. Vor ein paar Tagen hatten wir auch in Münster noch Schnee. Der aktuelle Warnlagenbericht des Deutschen Wetterdienstes (24.03.2013, 16:00 Uhr) meldet Schneeverwehungen im Harz, etwas Schneefall an der Ostsee und strengen Frost von -15 Grad im Osten, Norden und im mittleren Deutschland.

Kaum ist es mal ein paar Tage etwas kälter oder es fällt mal wieder eine Menge Schnee, kommen die Klimawandelskeptiker dieser Welt aus ihren Löchern. Sie meinen dann, in Schneemassen oder Kältewelle einen Beweis dafür zu finden, dass es sich beim Klimawandel um eine Erfindung von panischen Klimaforschern, von den Vereinten Nationen oder gar von grünen Ideologen handelt.

Mich nervt dieses „Geschrei“ und ich frage mich jedesmal, ob die Empörten im Erdkundeunterricht nicht aufgepasst haben. Denn es besteht durchaus ein Unterschied zwischen dem (kurzfristigen) Wetter und dem (langfristigen) Klima. Das Max-Planck-Institut für Meteorologie definiert den Unterschied bezugnehmend auf die Weltorganisation für Meteorologie hier so:

„Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) definiert das Klima als die Statistik des Wetters über einen Zeitraum, der lang genug ist, um diese statistischen Eigenschaften auch bestimmen zu können. Während das Wetter den physikalischen Zustand der Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort beschreibt, ist Klima erst dann richtig gekennzeichnet, wenn die Wahrscheinlichkeit für Abweichungen vom Mittelwert angegeben werden kann, also auch Extremwerte Teil der Statistik sind. Zur Beschreibung des Klimas wird in der Regel eine Zeitspanne von 30 Jahren als Bezugszeitraum herangezogen.“

Wenn man diesen Unterschied mal verstanden hat und sich man sich mal die Temperaturreihen der letzten Jahrzehnte anschaut, kann es gar keinen Zweifel daran geben, dass sich das Klima wandelt. Der Trend ist glasklar: Es wird wärmer. Temperaturreihe Deutschland, 30 und 10 jährig geglättet

Deshalb: Man kann ja gerne darüber diskutieren, ob der Klimawandel durch menschliches Handeln induziert ist und ob eine Verhaltensänderung der Menschen diesen Wandel überhaupt aufhalten kann. Dass es den Klimawandel aber gibt, darüber will ich in Zukunft nicht mehr diskutieren, selbst dann wenn der Frühling auch im nächsten Jahr nicht pünktlich zum Frühlingsanfang „sein blaues Band“ durch die Lüfte flattern lässt.

 

 

 

 

 

Veröffentlicht von

Henrik Bröckelmann

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