Mein Typ ist gefragt!

9. Januar 2013

kmsz

Immer wieder liest und hört man von großen Aktionen, bei denen potentielle Stammzell- und Knochenmarkspender gesucht werden. Freunde, Verwandte, Mitschüler oder Vereinskameraden laden dann zu solchen Aktionen ein, um für einen Patienten aus ihrem Umfeld einen Spender zu finden. Denn häufig sind Stammzelltransplantationen für die jährlich etwa 8.000 Menschen, die in Deutschland an Leukämie oder anderen bösartigen Bluterkrankungen erkranken, die letzte Hoffnung. Zum Glück ist aus meinem direkten sozialen Umfeld noch niemand daran erkrankt. Dennoch habe ich mir schon häufig vorgenommen, mich als Spender registrieren zu lassen. Leider hatte es sich aber bisher nicht ergeben, zu einer solchen zentralen Registrierungsaktion zu gehen.

In der neuesten Ausgabe des Münster Magazin las ich nun von einer einfacheren Möglichkeit, sich registrieren zu lassen. Die Knochenmarkspenderzentrale (KMSZ) des Universitätsklinikums Düsseldorf bietet diese an und es war ganz einfach. Ich habe es ausprobiert:

  1. Unter http://kmsz.de/ habe ich mich noch einmal über die Knochenmarkspende informiert.
  2. Danach habe ich mich unter http://kmsz.de/registrieren/index.php für die Typisierung registriert.
  3. Schon wenige Tage später landete ein Brief aus Düsseldorf in meinem Briefkasten. Darin enthalten war neben einem Anschreiben und einem Informationsflyer, der noch einmal die wichtigsten Informationen zusammenfasste, eine Einverständniserklärung, die man ausfüllen mußte und zwei steril verpackte Wattestäbchen.
  4. Mit der Einverständniserklärung stimmt man zu, dass die Wangenschleimhautzellen für die Bestimmung meiner Gewebemerkmale (HLA-Testung) genutzt werden und zum Teil für spätere Testungen tiefgekühlt gelagert werden. Meine persönlichen Daten sowie transplantationswichtige Merkmale sollen unter Beachtung des Datenschutzgesetzes gespeichert und mit anderen Zentren verschlüsselt ausgetauscht werden können. Außerdem erteilt man Einwilligung zur Nachforschung über das Einwohnermeldeamt durch die Knochenmarkspender-Zentrale und zur Kontaktaufnahme via E-Mail.
  5. Mit den Wattestäbchen habe ich mir nun einen Abstrich aus meinen Mundschleimhäuten gemacht. Einfach Mund mit Wasser ausspülen, Wattestäbchen 30 sec. in der Wangenschleimhaut drehen und hin und her bewegen. Fertig!
  6. Danach läßt man die Wattestäbchen 30 min. trocknen, bevor man sie auf eine beigefügte Karte einstecken kann und zusammen mit der Einverständniserklärung an die Knochenmarkspenderzentrale zurücksenden kann.
  7. Kommt man grundsätzlich als Spender für einen Patienten in Frage, will das KMSZ Kontakt mit mir aufnehmen, alles ausführlich besprechen, sowie weitere ausführliche Tests und Untersuchungen durchführen. Zu einer Stammzell- oder Knochenmarkspende kommt es nach Angaben der Knochenmarkspenderzentrale nur in 20 Prozent der Fälle.
  8. Für die Gewinnung der Stammzellen gibt es zwei Möglichkeiten: Bei der derzeitigen Standardmethode (80 % der Fälle), werden die Stammzellen aus dem Blutkreislauf separiert (ähnlich einer Dialyse). In selteneren Fällen wird noch das ursprüngliche operative Verfahren der Knochenmarkentnahme aus dem Beckenknochen durchgeführt. Über das Verfahren entscheidet der Spender nach ausführlicher Erklärung selbst.

Desto mehr Leute sich registrieren lassen, desto größer ist die Chance, dass sich geeignete Spender für Patienten findet. Daher bin ich froh, dass ich meinen Registrierungsbrief nun abgeschickt habe und warte mal einfach ab, ob und ggf. was da noch auf einen zukommt.

 

 

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