Münsterland Auto Export: Nein Danke!

4. April 2012

Die meisten Autofahrer (in größeren Städten) kennen sicherlich diese nervige Werbung im Visitenkartenformat, die ungefragt an sämtliche Seitenscheiben von geparkten Autos gesteckt wird. Bei mir in Münster-Pluggendorf ist es im Moment mal wieder besonders schlimm mit dieser Werbung. Fast täglich wird man da mehr oder minder originell und meist im selben Stil gefragt, ob man sein Auto verkaufen will. Ausstattung, Kilometerstände und TÜV-Status der Autos seien völlig egal. Man kaufe alles und sei 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche erreichbar. Darunter steht dann meist nur eine Handynummer. Einen wirklichen Firmennamen – außer „Münsterland Auto Export“ oder „Afrika Export“ – oder gar einen namentlichen Ansprechpartner mit Adresse und Festnetznummer gibt es nicht. Wenn man einmal eine Karte ohne auffällige Rechtschreibfehler oder graphische Setzfehler in die Hand bekommt, hat man einen Glückstag.

Abgesehen davon, dass ich mit Personen oder Unternehmen, die so werben, niemals Geschäfte machen würde: Mich nervt diese aufdringliche Form der Werbung. Zudem verschmutzen die Flyer die Umwelt, dend die meisten Autofahrer befördern die unerwünschte Werbung von der eigenen Autoscheibe direkt auf die Straße.

Angestoßen durch das Münster-Tagebuch, das vor ein paar Tagen über eine andere Art der Werbung auf Straßen berichtete, habe ich nochmals recherchiert, wie die Visitenkartenwerbung rechtlich zu bewerten ist und  herausgefunden, dass das Oberlandesgericht Düsseldorf bereits 2010 festgestellt hatte, dass diese Form der Werbung ohne Sondernutzungserlaubnis durch die Kommune verboten sei (Az.: IV-4RBs-25/10 und IV-4Ws 57/10 Owi). Außerdem könne die zuständige Ordnungsbehörde ein Bußgeld gegen Zuwiderhandlungen verhängen.

Daher habe ich, ähnlich wie das Münster-Tagebuch in dem Fall der überall herumstehenden Werbeanhängern, mal bei der Stadt Münster nachgefragt, ob die Stadt Münster Genehmigungen für Visitenkartenwerbung erteilt hat und wie die Stadt gegen Zuwiderhandlungen vorgeht. Heute kam die sehr rasche Antwort von der Stadt. Herr Koch vom Ordnungsamt teilte mir mit, dass die Stadt aktuell keine Erlaubnis für diese Art Werbung erteilt habe und dass Verstöße wegen unerlaubter Werbung im öffentlichen Raum durch die Stadt mit Bußgeldern verfolgt wird. Hinzu komme eine Mitteilung an den Vertragspartner der Stadt Münster, der die nicht erlaubte Werbung ggf. zivilrechtlich verfolgen würde. Der Vertragspartner der Stadt wird wohl die Firma Wall sein, an den die Stadt aktuell die Werberechte im öffentlichen Raum vergeben hat.

Die Erfahrung und die sich wiederholenden „Visitenkarten-Anschläge“ zeigen jedoch leider, dass das Problem damit nicht wirklich gelöst ist. Die nächste Karte steckt wahrscheinlich schon wieder am Auto.

Nervt Euch diese Werbung auch? Kann man was dagegen tun?

Eine Antwort zu “Münsterland Auto Export: Nein Danke!”

  1. Wof sagt:

    Ich frage mich auch, was die Stadt gegen diese aufdringliche Werbung unternimmt. Seit dem obigen Beitrag aus dem Jahr 2012 sind regelmäßig Visitenkarten an PKW und Karten in Briefkästen vertreilt worden. Neuester Fall: heute 2.4. befand sich eine Karte in meinem Birefkasten: Münsterland Automobile bietet anonym bundesweiten Autoankauf an, Service 100 % kostenlose, Bargeld sofort bei Kaufabschluß usw. Und: 3 Telefonnummer, eine davon Festnetzanschluß 0251-149 05 59. Hier könnte doch das Ordnungsamt ansetzen, oder????
    Wof

Kommentar verfassen

Bad Behavior has blocked 323 access attempts in the last 7 days.