Adenauer als Hoffnung von polnischen Unterdrückten.

Buchtipp: „Von Mazowiecki zu Tusk. Solidarität europäischer Christdemokraten mit Polen“

97834160332371

Nachdem ich vor einigen Tagen bei einer Lesung von Jürgen Wahl aus seinem Buch „Von Mazowiecki zu Tusk. Solidarität europäischer Christdemokraten mit Polen.“ das Buch erworben habe, lese ich dieses gerade gespannt. Der Autor, der auch mal Chefredakteur der Entscheidung und Mitglied der Internationalen Kommission Jungen Union Deutschlands war, erzählt spannend von der zunächst „konspirativen“ Zusammenarbeit von westeuropäischen Christdemokraten mit Polen nach dem Zweiten Weltkrieg. Ich bin zwar noch nicht sehr weit, finde das Buch aber sehr lesenswert. Insgesamt ist der Band mit vielen Anekdoten angereichert, was ich sehr schön finde. Eine Episode fand ich dabei besonders interessant:

Die geistlichen Betreuer ermöglichten dem Bonner Paar [gemeint ist das Ehepaar Skibowski, welches sich um Ostern 1957 gerade im Auftrag Adenauers auf einer geheimen Polenreise befand] einen Gefangnisbesuch: „Hier litten einige unter Stalin.” Man zeigte ihnen auch zwei Zellen mit großen Kratz-Buchstaben an den Wänden. Am größten Waren zwei „A”s. Oh die Deutschen raten könnten, was gemeint sei? Der Priester: „Ganz einfach, A heißt Adenauer. Christliche Häftlinge wagten keine Kreuze zu ritzen, aber das Symbol A.” Skibowski zögerte mit einem Für-wahr-halten, doch man belehrte ihn: „Die Kommunisten hetzen gegen keinen westlichen Politiker so heftig wie gegen den katholischen Adenauer. Deshalb ist er bei uns Stück Hoffnung auf Wiedergewinnung von Freiheit.” Als Rückkehrer Skibowski dieses Erlebnis im Kanzleramt dem berichtete, reagierte Adenauer tief gerührt und verharrte mit Blick in den Park mehrere Minuten.

aus: „Von Mazowiecki zu Tusk. Solidarität europäischer Christdemokraten mit Polen.“ von Jürgen Wahl, Bonn 2010, S. 47

Veröffentlicht von

Henrik Bröckelmann

Politik, News, Europa, Internet, iPhone 4, Single, JU(-Bundesvorstand), Kreis Coesfeld, CDU, Münster(-land), Studium, Nottuln, schwul, (neo)liberal, Netzpolitik, Deutschland, konservativ, Medien, Berlin, Freiheit, Philosophie, Katholik, Christentum, Demokratie, Ordnungspolitik, Junge Union, Westfalen u.v.m.

Kommentar verfassen