„Internetsperren sind nutzlos“

Kurzinterview mit der Online-Ausgabe der Entscheidung:

ENTSCHEIDUNG: Warum macht die Junge Union Netzpolitik?

Henrik Bröckelmann: Das Internet gehört heute vor allem für junge Menschen selbstverständlich zum Alltag dazu. Wir arbeiten, lernen und studieren online, kaufen online ein und pflegen unsere Freundschaften online. Da ist es selbstverständlich, dass wir uns als politische Jugendorganisation mit dem Internet beschäftigen. Leider hat die Politik in der Vergangenheit zu häufig die Schattenseiten des Internet in den Blick genommen. Wir als JU wollen die Chancen wieder mehr in den Vordergrund rücken. Darum setzen wir uns z.B. für eine flächendeckende Versorgung mit Breitbandinternetanschlüssen ein. Davon profitieren nicht nur junge Leute, sondern auch und gerade mittelständische Unternehmen im ländlichen Raum. Wir müssen das wirtschaftliche Potenzial für Deutschland stärker nutzen. Es darf nicht sein, dass Internet-Start-Ups nur in den USA entstehen und von da aus den deutschen Markt übernehmen. Daher brauchen wir bessere Bedingungen für Internet-Start-Ups. Ohne Zweifel gibt es aber auch Risiken im Internet. Hier setzen wir auf Prävention statt Nachsorge. Wir wollen die Medienkompetenz steigern und fordern ein eigenes Schulfach Medienkunde als Modellversuch. Es reicht heute nicht mehr aus, das Thema Medien ab und an im Unterricht anzusprechen. In einem eigenen Schulfach hätten Lehrer genügend Zeit, mit ihren Schülern über deren Erfahrungen im Umgang mit Medien zu diskutieren, ihnen die vielfältigen Möglichkeiten zu erklären und sie auf Gefahren und Probleme hinzuweisen. Dafür müssen die Lehrer künftig natürlich wesentlich besser ausgebildet werden.

ENTSCHEIDUNG: Warum der Grundsatz „Löschen statt Sperren“?

Henrik Bröckelmann: Ganz einfach: Internetsperren sind nutzlos, kontraproduktiv und relativ leicht zu umgehen. Zudem würde eine Infrastruktur geschaffen, die wir nicht wollen. Beim Löschen sind illegale Inhalte, wie Kinderpornographie, für immer aus dem Netz. Aktuelle Zahlen des BKA belegen das. Nach zwei Wochen sind 93 Prozent, nach einem Monat sogar 99 Prozent der Seiten gelöscht. Wir sind daher froh, dass daher unser Werben und der Einsatz unserer jungen Abgeordneten in der Unionsfraktion Erfolg hatte und das Zugangserschwerungsgesetz passé ist.

ENTSCHEIDUNG: Wo ist die JU im Netz aktiv?

Henrik Bröckelmann: Neben den obligatorischen Homepages sind wir als JU-Bundesverband natürlich auch auf sozialen Netzwerken wie Twitter, StudiVZ, Facebook und Youtube vertreten. Denn das darf man natürlich nicht vergessen: Das Internet ist auch politisch und lädt zu einer verstärkten politischen Teilhabe ein. Als politische Organisation kommen wir über das Netz mit vielen jungen Menschen in Kontakt, die wir über herkömmliche Kanäle gar nicht erreichen würden. Es macht zum Beispiel einfach Spaß, auf der JU-Facebookseite oder per Twitter mit anderen Mitgliedern, Sympathisanten oder auch Leuten, die uns gar nicht nahe stehen, die aktuelle Energiepolitik zu diskutieren und auf Widersprüche bei den Grünen hinzuweisen. Natürlich stehen auch unsere vielen Orts-, Stadt-, Kreis-, Bezirks- und Landesverbände und zehntausende Funktionsträger und Mitglieder als Ansprechpartner auf Twitter, Facebook und Co. zur Verfügung. „Followen“, „Liken“, „Teilen“ und Mitdiskutieren lohnt sich!

 

http://www.entscheidung.de/fullstory.php3?newsid=1472

Veröffentlicht von

Henrik Bröckelmann

Politik, News, Europa, Internet, iPhone 4, Single, JU(-Bundesvorstand), Kreis Coesfeld, CDU, Münster(-land), Studium, Nottuln, schwul, (neo)liberal, Netzpolitik, Deutschland, konservativ, Medien, Berlin, Freiheit, Philosophie, Katholik, Christentum, Demokratie, Ordnungspolitik, Junge Union, Westfalen u.v.m.

Kommentar verfassen